
22. April 2026: Kleinstbrauereien spielen als Träger regionaler Identität eine besondere Rolle auf dem deutschen und speziell dem bayerischen Biermarkt. Sie produzieren in handwerklicher Manier nur kleinere bis kleinste Ausstoßmengen und sind mit ihren Nischenprodukten wichtige Innovationsmotoren.
Anlässlich des Tags des deutschen Bieres am 23.04.2026 stellt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seine Untersuchungen bayerischer Biere aus sogenannten Kleinstbrauereien vor. Die erfreuliche Nachricht dabei: verdorbene Biere blieben die Ausnahme.
Im Rahmen eines noch bis Ende 2026 laufenden Untersuchungsschwerpunktes hat das LGL bislang (Stand Anfang April 2026) 86 Proben Bier aus 44 Kleinstbrauereien untersucht. Als Maßstab wurde ein Gesamtjahresausstoß von maximal 10.000 hl herangezogen. Die meisten der beprobten Erzeuger produzierten sogar deutlich geringere Mengen. Untersucht wurde sensorisch, chemisch sowie mikrobiologisch im Hinblick auf Fremdhefen und Bakterien. Lediglich vier Proben mussten aufgrund ungewollter mikrobiologischer Kontaminationen beanstandet werden, die in der Regel gesundheitlich unbedenklich sind. Zudem wurde eine dieser Proben sowie ein fünftes Produkt aufgrund von Fehlaromen beanstandet.
Bei Kleinstbrauereien ist die technische Ausstattung häufig weniger automatisiert, was kürzere Mindesthaltbarkeiten bedingt. Teilweise sind die Produkte zudem nicht weiter als bis zum Ortsrand käuflich erwerbbar. Die Produktvielfalt der Bierproben war hingegen beachtlich: Zoigl, New Style Lager, Rotbier, Grünhopfenpils, Altbayerisch Dunkel, Pale Ale und Maibock sind nur einige der über zwanzig verschiedenen Sorten, die untersucht wurden.
Weiterführende Informationen zu den Untersuchungen können der Webseite des LGL unter Handwerklich hergestellte Biere aus Kleinstbrauereien entnommen werden. Derzeit werden die Analysen im Rahmen des oben genannten Untersuchungsschwerpunktes fortgesetzt.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. Als interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachbehörde verfolgt das LGL in seinem Handeln stets den „One-Health-Ansatz“ – denn nur gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel, und nur eine gesunde Umwelt ermöglicht körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen.
Daher sind am LGL verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zum Beispiel aus der Human- und Veterinärmedizin, der Lebensmittelchemie, aus den verschiedenen Ingenieurswissenschaften, der Physik, der Psychologie, der Ernährungswissenschaft, der Chemie oder Biologie. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln.
Im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung umfassen die Aufgaben des LGL die Untersuchung und rechtliche Beurteilung von Lebensmitteln einschließlich der toxikologischen Risikobewertung bedenklicher Inhaltsstoffe. Das LGL sieht sich dabei als Dienstleister im Bereich der Lebensmittelsicherheit, um die bayerische Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken sowie vor Irreführung und Täuschung zu schützen.
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