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Thema: Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

  1. #1
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    Lächeln Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

    Hallo Zusammen,

    Ich habe vielleicht ein ungewöhnliches Anliegen und hoffe, dass ich hier richtig gelandet bin
    Ich bin angehende Grundschullehrerin und habe die Aufgabe eine "Werkstatt" zum Thema Einblicke in Arbeitswelten zu erstellen. Ich habe mir den interessanten Beruf des Bäckers als exemplarisches Beispiel ausgesucht und bin nun neben den vielen Textauszügen auf der Suche nach persönlichen Eindrücken.

    Einerseits gilt meinem Interesse dem Beruf selber (ist es ein Traumberuf ? warum? nicht?... Was war beim Werdegang das Schwierigste/Schönste u.ä.)
    und andererseits interessiert mich der Wandel des Berufes von Früher zu Heute!

    Wer Lust hat, darf gerne etwas dazu schreiben!

    *** Zimtstern

  2. #2
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    AW: Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

    Lieber Zimtstern,
    habe zu diesem Thema schon etwas geschrieben, siehe unter

    [url="http://www.lebensmittelwelt.de/lebensmittelforum/showthread.php?t=236"]
    sorry, keine Ahnung warum das mit den Links nicht klappt, musst halt in den Brouser copieren...

    Anmerkung vom webmaster:

    Um einen Link einzufügen, schreibe ein Wort, markiere es und
    klicke oben im Editor auf die Weltkugel mit der Kette!

    Beispiel:

    Geschichte des Bäckerhandwerk

    Nun wird das markierte Wort verlinkt
    Geändert von Thomas Christensen (22.03.2009 um 14:41 Uhr) Grund: Links berichtigt


    Siegfried Heilemann

    Ich weiss dass ich nichts weis, nach einem Lied von Heinz Ruehmann

  3. #3
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    AW: Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

    Vielen Dank !

    (Melde mich erst jetzt, da PC total abstürzte... )

    Frohe Festtage und ein gutes neues Jahr!

    Grüsse Zimtstern

  4. #4
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    AW: Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

    Hallo Zimtstern,

    Kurzer Einblick in meinen Werdegang.

    Ich habe Baecker gelernt, nicht weil ich es wollte, sondern mehr aus der Not heraus. Wollte zuhause raus, und als Baeckerlehrling bekam man damals noch ein Zimmer gestellt. Der Arbeitsbeginn war ja sehr frueh, um 2 Uhr Morgens unter der Woche und 0 Uhr Nachts am Samstag.
    Erst als ich als Lehrling viel Verantwortung bekam (Lehrbetrieb war nur der Chef, 1 Geselle und ich) wuchs so langsam das Interesse an dem Beruf. Da der Geselle verheiratet war und weiter weg wohnte, bekam ich alle Nebenarbeiten aufgebrummt. Ich wohnte ja im Haus.
    Musste quasi 24 Stunden bereit sein fuer den Betrieb. Der Sauerteig musste gefuehrt werden. Das war so alle 6 Stunden musste man ihn vergroessern und veraendern, durch Roggenmehlzugabe und Wasser, mal waermer, mal kaelter, mal weicher und mal fester. Dadurch wurden die verschiedenen Saeurebakterien aktiviert, sprich Milchsaeure und Essigsaeure.
    Ausserdem musste am Abend der Ofen geheizt werden, war ja noch ein Ofen wecher mit Brikett (Kohle) gefeuert wurde. Vorteige wurden gemacht und verschiedene Koerner mussten eingeweicht werden fuer die Produktion in der Nacht.
    Durch diese Verantwortung, welche man hatte, wuchs das Interesse immer mehr an dem Beruf. Man hat sich identifiziert mit dem Beruf und auch mit dem Betrieb. Man war nicht einfach nur jemand der zur Arbeit kam und 8 Stunden runter riss und dann wieder nach Hause ging, und sein Privatleben genoss. Man war ein Teil des ganzen, und damit auch stolz darauf, dass durch deine Hilfe und zutun etwas Wunderbares entstand. Auch die Kunden kamen ja um dein spezielles Produkt zu kaufen.
    Aus dieser Erfahrung wuchs das Interesse am Beruf und wurde langsam zur Berufung.
    Leider wurde ich spaeter eines anderen belehrt
    Die Struktur in den meissten Betrieben aenderte sich. Es gab Nachwuchsprobleme. Aufgrund der neuen Freizeitangebote in den 70er Jahren fuer Jugendliche (Diskotheken, Spielhallen, usw.......) waren die meissten Jugendlichen nicht mehr bereit Nachts zu arbeiten, da das Vergnuegen vorging. Die Freunde gingen ihrem Vergnuegen nach und der Baecker sollte waehrend dessen arbeiten oder schlafen.
    Um trotzdem Arbeitskraefte zu bekommen wurde von den Chefs dass Niveau runtergeschraubt. Es wurde eingestellt egal welche Schulbildung oder geistigem Wachstum, nur um noch jemanden zu haben, der bereit ist in der Nacht zu arbeiten. Meisst war auch die Bezahlung niedriger als in anderen Berufen, da eben die Lebensmittelbranche weniger Gewinn abwirft als ander Branchen. Das Niveau sank rapide.
    Dies erkannten die Zuliefererfirmen sehr schnell. Sie reagierten darauf mit allen moeglichen Produkten um die Produktion sicherer zu machen. Es wurde Fertigsauer angeboten, also Sauerungsmittel fuer Brot aus der Tuete, so enftiel die Herstellung des Sauerteiges, der Baecker bekam dadurch mehr Freizeit. Um aber auch die Kunden durch eine Vielzahl von Produkten wurde von der Industrie Fertigmischungen fuer Brot und Broetchen angeboten.
    Sack Fertigmischung in den Kneter, Wasser und Hefe dazu und schon hatte man ein Spezialbrot, Arbeitszeit wurde gespart, Fachleute waren nicht mehr in dem Masse erforderlich, eigentlich das optimale fuer den Betriebsinhaber.
    Der Kunde hat es ja auch angenommen und war begeistert.
    So entstand langsam ein Bild, dass heute in den Koepfen vieler ist.
    Backen ist ein Kinderspiel, kann doch jeder.
    Die Industrie hat ihres dazu getan. Sie haben vollautomatische Anlagen entwickelt und die Grossbetriebe damit ausgeruestet. Dadurch entfiel der Anspruch auf Fachkraefte. Hilfsarbeiter wurden angelernt um die Maschinen zu bedienen, und nur noch ein paar Fachkraefte fuer die Teigbereitung und Qualitaetskontrolle. Dadurch wurden noch die wenigen guten Fachleute aus dem Handwerk abgeworben mit natuerlich viel hoeheren Loehnen als ein Handwerksbetrieb zahlen konnte.
    Mit der Produktion durch Anlagen wurde natuerlich auch der kalkulatorische Preis zur Herstellung von Backwaren niedriger. Die Industrie hat dies natuerlich an den Endverbraucher weitergegeben. Die Preise fielen in den Keller und der Kunde ging dorthin wo er dasselbe bekommt zu niedrigerem Preis, was ja auch logisch ist.

  5. #5
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    AW: Bäcker in der Schule - Grundschullehrerin sucht Infos !

    Fortsetzung

    Als die Industrie den Markt erschlossen hat, und auch beherrschte, haben sie sich entschlossen, Backwaren qualitativ zu verbessern. Sie gingen darauf ueber original Sauerteig zu produzieren genau wie frueher die Handwerksbaecker. Es wurden Geraete entwickelt und Verfahren, dies mit Maschinen im Grossen zutun. So muss man leider sagen und zugeben, dass teilweise das billigere Brot aus diesen Betrieben, qualitativ besser war als aus den Handwerksbetrieben. Dies fuehrte zum Umsatzrueckgang im Handwerk hin, und es begann das grosse Baeckereisterben.

    Nur die Betriebe welche erkannt haben, dass es so nicht weiter geht und sich veraendert haben, denen wurde es erspart unter zu gehen.
    Heute kann man wieder beobachten, dass die Baecker sich wieder auf Ihr "HANDWERK" zurueck besinnen. Dadurch wieder mehr auf Qualitaet und nicht auf Quantitaet setzen.
    Das heisst nicht dass man wieder in die Steinzeit zurueckfaellt, denn es wurden ja viele Maschimen und Geraete entwickelt, welche sehr behilflich sind und die Arbeit erleichtern.
    Es entfaellt dadurch viel Koerperliche Arbeit und natuerlich auch Arbeitszeit.
    Als Beispiel: Gaerunterbrechung.
    Man hat einen Raum Computergesteuert, dort werden die Broetchen nach der Herstellung reingetan fertig auf den Backblechen. Es herrscht in diesem Raum Minustemperatur. einige Stunden vor dem Backen erhoeht sich die Temperatur auf plus Grade, und zwar Stufenweise, so wird der Raum gesteuert bis zu 30 Grad plus. So erhalten die Teiglinge die Endgare zu dem Zeitpunkt, den der Baecker sich wuenscht, um sie abzubacken. Der Ofen wird heute mit Strom, Gas oder Oel beheizt, muss also nicht mehr von Hand mit Kohle geheizt werden. Das heisst, mit einer Zeitschaltuhr wird der Ofen automatisch gestartet.
    Wenn jetzt der Baecker in die Backstube kommt, dann ist der Ofen warm. die Broetchen haben ihre Gare, so kann er direkt mit dem abbacken beginnen.
    Das ist fuer ihn ein Vorteil, er kann 2 Stunden spaeter aufstehen und anfangen, und dadurch die Arbeitszeit weiter in den Tag verlagern, und weniger in der Nacht.

    Hoffe du hast den Vorteil den ich dir hier schildern wollte erkannt, Es ist einfach der Versuch dir den Beruf aufzuzeigen, so wie ich deine Frage verstanden habe.
    Man koennte ein Buch darueber schreiben, aber das sind ein paar Einblicke aus meiner Sicht, und muss nicht immer mit der Sicht anderer uebereinstimmen. Zum Glueck gibt es mehrere Meinungen und ich hoffe es werden sich noch mehr melden und ihren Beitrag dazu geben, damit sich das Bild fuer dich abrundet.
    Solltest du noch Fragen haben musst du sie einfach konkret stellen, dann wird sich der ein oder andere melden. Allgemein Fragen werden meisst uebergangen

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