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Thema: Kakerlaken in der Backstube

  1. #1
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    Kakerlaken in der Backstube

    Hallo,

    ich habe gerade meine Ausbildung zum Bäckergesellen begonnen und mich würde interessieren, in wie fern es normal ist, dass vermehrt in der Backstube Kakerlaken und Mäuse rumlaufen ?

    Ist das nicht sehr unhygienisch ?

    Vielen Dank für sachkundige Rückmeldungen !!!

  2. #2
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    also ich als aussenstehende kann nur sagen,ihgitt.Das darf nicht sein.

    gruß melli

  3. #3
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Normal bzw. natürlich ist es, dass alle lebensmittelverarbeitende n Betriebe gegen Ungeziefer kämpfen. Denn die Natur läßt sich nicht 100%ig aussperren. Besonders jetzt im nahenden Herbst drückt das Ungeziefer auf der Suche nach einem warmen trockenen Winterquartier von draussen herein. Dann müssen die Abwehrmaßnahmen verstärkt werden. Viele Betriebe werden auch ständig von externen Schädlingsbekämpfern betreut. Große Betriebe haben ausgefeilte Schädlingsbekämpfungsplän e, die laufend vom Hygienebeauftragten überwacht werden.
    dass vermehrt in der Backstube Kakerlaken und Mäuse rumlaufen
    ist allerdings nicht normal! Spätestens dann, wenn dem Lebensmittelkontrolleur das Ungeziefer vor den Füßen rumkrabbelt, wird der Betrieb geschlossen. Bringe Deine Besorgnis unbedingt gegenüber Deinem Chef auf angemessene Art zum Ausdruck! Vermutlich ist ihm das Problem noch nicht bewußt. Wenn er ein verantwortungsvoll handelnder Unternehmer ist, wird er sofort die nötigen Abwehrmaßnahmen einleiten. Wenn er das nicht tut, ist ein Wechsel der Ausbildungsstätte empfehlenswert.
    Geändert von Thomas Christensen (11.09.2007 um 22:51 Uhr) Grund: Schreibfehler entfernt
    Thomas Christensen
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  4. #4
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Peke,

    ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Chef bislang noch nichts von dem Schädlingsbefall bemerkt hat. Ich glaube auch nicht, dass sich ein Bäckermeister erst über "das Problem" SCHÄDLINGSBEFALL - LEBENSMITTEL - HYGIENE - SICHERHEIT bewusst werden muss.
    Offensichtlich verfügt Dein Ausbildungsbetrieb weder über ein betriebseiges Kontrollverfahren, bzw. HACCP-Konzept, noch über ein geeignetes Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen (beides ist gesetzlich vorgeschrieben und gefordert). Bleibt abzuwarten, wie Dein Chef auf die Situation reagiert! Ich kann Dir nur raten, verschwinde von dort! Schädlingsbefall ist nicht nur, wie Du schon richtig bemerkt hast, "unhygienisch", sondern stellt auch ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Nicht nur für eure Kunden, sondern auch für das in der Backstube beschäftigte Personal; somit auch für Dich persönlich. Die "rein rechtlichen Belange" möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst näher interpretieren. Wenn Du hierzu noch mehr Wissen willst, kannst Du Dich ja noch mal melden.

    Viel Glück und alles Gute
    Winghalm
    Geändert von winghalm (11.09.2007 um 22:38 Uhr) Grund: Schreibfehler korrigiert

  5. #5
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Winghalm und hallo an alle anderen,

    vielen Dank für Eure schnellen Reaktionen.

    In wie fern stellen Kakerlaken denn für den Menschen wirklich ein Gesundheitsrisiko dar, mal ganz abgesehen vom Ekelempfinden.

    Ferner habe ich auch in Internetforen gelesen, dass gerade bei Bäckern das Kakerlakenproblem relativ "normal" ist. Stimmt das ? Ich möchte hier nichts unbegründet hochkochen !

    Danke für Eure Statements !!!
    Geändert von Peke (12.09.2007 um 08:01 Uhr)

  6. #6
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Wingalm, meine Aussage:
    Vermutlich ist ihm das Problem noch nicht bewußt.
    stellst Du folgende Meinung entgegen:
    ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Chef bislang noch nichts von dem Schädlingsbefall bemerkt hat.
    Wenn Du es Dir nicht vorstellen kannst, hast Du vielleicht nicht so den Einblick in Bäckereien wie ich?

    Zu Deiner Aussage:
    Ich glaube auch nicht, dass sich ein Bäckermeister erst über "das Problem" SCHÄDLINGSBEFALL - LEBENSMITTEL - HYGIENE - SICHERHEIT bewusst werden muss.
    Zuerst mal finde auch ich es selbstverständlich, dass ein Bäckermeister zum Thema "SCHÄDLINGSBEFALL - LEBENSMITTEL - HYGIENE - SICHERHEIT" das aktuelle Basiswissen intus haben sollte und nicht erst durch ein Azubi dessen bewusst zu werden, da brauchen wir garnicht drüber diskutieren.

    Ich habe aber folgendes angenommen: Die betriebliche Situation heutiger Bäckereiunternehmen ist durch Filialisierung geprägt, viele Bäckermeister (Inhaber) sind deshalb nicht mehr jeden Tag in der Backstube. Deshalb wird der arbeitende Bäcker oft als erster mit Schädlingsbefall konfrontiert. Ausserdem gibt es Tage, besonders im Herbst, an denen Schädlingsbefall schubweise besonders Massiv auftreten kann, weil das Viehzeug in kalten Nächten urplötzlich von draußen rein drückt. Ich war als Konditorlehrling um 1970 herum in ähnlicher Situation, in der ich meinen Meister auf Kakerlaken aufmerksam machte. Es war ein sehr ordentlicher und feiner Konditoreibetrieb, aber eben in einem Altstadthaus mit altem verwinkeltem Gemäuer. Der Chef war unter der Woche immer im Cafe, weshalb er einige Vorgänge nicht sofort erfassen konnte. In den nachfolgenden Jahren erlebte ich selbst, dass das Kakerlakenproblem sich immer schubweise meldete, bei ersten Anzeichen sofort die Winkel ausgespüht wurden und dann war wieder eine Weile Ruhe, aber nie für immer. Ich könnte mit vorstellen, dass Peke´s Motivation und Situation eine ähnliche ist/war.

    Zu Peke´s Nachfrage: Kakerlaken krabbeln auf dem Boden und fressen Unrat. Dadurch transportieren Sie zwangsläufig eine Menge an Bakterien mit, die dann so in die Lebensmittel gelangen. Je nach Gebäudesubstanz ist der Kampf gegen Kakerlaken ein täglicher! Manch sensibler neu beginnender Auszubildender mag dadurch erschreckt werden. Natürlich ist der Schädlingsbefall sofort energisch zu bekämpfen. Sollte das Kakerlakenproblem dauerhaft nicht in den Griff zu bekommen sein, ist eine grundsätzliche Gebäudesanierung angeraten.

    Unverantwortlich finde ich aber, ohne Hintergrundwissen der örtlichen Begebenheiten dem Auszubildenden zu raten, sofort aus dem Betrieb zu verschwinden.
    Geändert von Thomas Christensen (12.09.2007 um 12:13 Uhr) Grund: Formulierung verbessert
    Thomas Christensen
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  7. #7
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Thomas,

    danke für die erneute Erläuterung ! Du hast ja eine jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich, das ist Prima !

    Bei uns ist es so wie Du sagst. Der Chef macht nur noch die Verwaltung und Werbung (Aktinonen und Marketing) und hat wenig bis gar keinen Einblick in den morgendlichen Betriebsprozeß.

    Was versteht man bei Bäckern genau unter Filialisierung ?

    Danke für Dein Mühe !

  8. #8
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Peke,
    nachfolgendes ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Es soll Dir nur als Antwort auf Deine Fragen dienen!

    Auszugsweise:
    de.rentokil.com/de/schadlingsprobleme/schabenbekampfung/index.html?gclid=CND79OXG vY4CFSg-ZwodS0d7zg

    Mögliche Schäden
    Schabenbefall verursacht:
    • Verbreitung verschiedener Infektionen, häufig Salmonellen.
    • Verunreinigung und Verseuchung von Lebensmitteln.
    Wirtschaftliche Folgen
    Tiefgreifender Vertrauensverlust bei Kunden und Mitarbeitern.
    Schädigung von Waren und Lebensmitteln.
    Schädigung des Ansehens und abnehmende Kundenzahl.
    Meist erhebliche Kosten – Schabenbefall kann die einstweilige Geschäftsschließung zur Folge haben.
    Schadenersatzforderungen geschädigter Kunden.

    Auszugsweise:
    innovations-report.de/html/berichte/umwelt_naturschutz/bericht-40640.html

    Das Weibchen der Schabe trägt seine Eipakete mit 20 bis 40 Eiern ca. vier bis fünf Wochen lang mit sich herum und legt sie dann kurz vor der Brut wahllos ab. Schaben können Erreger von bakteriellen und viralen Erkrankungen wie Durchfall, Lepra, Dickdarmentzündungen, infektiöse Hepatitis, Milzbrand, Salmonellen, Tuberkulose und Pilzerkrankungen übertragen. Kot, Haut bzw. Erbrochenes der Schabe sind verantwortlich für Allergien. Hausstaubmilben und Schaben sind die häufigsten Gründe für Insekten-Allergien. Allein in den USA zeigen zehn bis 12 Prozent der Bevölkerung allergische Reaktionen auf Schaben.

    Auszugsweise:
    scrabend.de/Deutsch/home.html?gclid=CPqs3cXLv Y4CFQVRZwodtniTyg

    Küchenschaben, auch als Kakerlaken bezeichnet, stellen auch in Deutschland immer mehr ein ungelöstes Problem dar. Sie sind nicht nur "Vorratsfresser" sondern auch Krankheitsüberträger.

    Auszugsweise:
    dgk.de/web/dgk_content/de/umwelt_und_gesundheit_tip ps_wohnen_kakerlaken_kran kheitsuebertraeger_vorbeu gung.htm

    Schaben beispielsweise können viele bakterielle und Virus-Erkrankungen wie Durchfall, Lepra, Dickdarmkathar, infektiöse Hepatitis, Milzbrand, Salmonellen, Tuberkulose und Pilzerkrankungen übertragen. Durch Häutungsreste können sie zudem Allergien auslösen.

    Du siehst also, ich stehe nicht Alleine, mit der aufgestellten Behauptung. Im www kannst Du noch unzählige weitere Seiten finden - sicherlich auch mit gleichen bzw. ähnlichen Aussagen.

    Und was (Kakerlakenproblem relativ "normal") betrifft kann es nur EINE Antwort geben.

    Kakerlaken, Schaben und anderes Ungeziefer werden zu Recht in Lebensmittelbetrieben als „Schädlinge“ angesehen. Schädlingsbekämpfung ist deswegen auch im LM-Hygienerecht gefordert.

    Sicherlich mag es so sein, dass es praktisch keinen LM-Betrieb (branchenunabhängig) gibt, der frei von Schädlingen ist. Hierzu stellt sich aber die Frage nach Art und Umfang des Befalls. Weiterhin ist es von Bedeutung, welche Maßnahmen dagegen unternommen werden.
    Wenn mit entsprechenden Bekämpfungsmaßnahmen der Befall „unter Kontrolle“ zu halten ist, und wenn hierzu Screening und Monitoring (also Beobachtung, Auswertung und Kontrolle) vorliegen, dann dürfte man wohl von „auf ein akzeptables Maß reduziert“ sprechen. Und das ist ja durchaus so in Ordnung.

    Aber alleine schon wegen der Tatsache, dass Du die Tierchen gesehen hast und sie vor den Füßen rumlaufen, lässt sich -mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit- ein massiver Befall vermuten.

    Demzufolge wiederum kann verstärkt angenommen werden, dass in der Vergangenheit keine, zumindest keine ausreichende Schädlingsbekämpfung durchgeführt wurde.

    Im Übrigen ist so es doch sonnenklar: LM die unter unhygienischen Bedingungen wie z. B. Schädlingsbefall hergestellt oder behandelt werden, sind kontaminiert (mit Keimen, Krankheitserregern, Kot, usw.) Bei einer bewirkten Kontamination sind diese LM dann für den Verzehr durch den Menschen inakzeptabel.
    LM die der Verbraucher nicht oder nicht mehr als LM akzeptiert sind nach dem Buchstaben des Gesetzes [ungeeignet]. Ungeeignete LM gelten als [nicht sicher].Und LM, die nicht sicher sind, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden.

    Schädlingsbefall als „NORMALITÄT“ abzustempeln ist KEINE Lösung.

    Ich hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte.

    Grüße,
    winghalm
    Geändert von Thomas Christensen (12.09.2007 um 14:16 Uhr) Grund: Externe Links sind unzulässig und wurden entfernt

  9. #9
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Winghalm,

    vielen, vielen Dank für die reichlichen Quellenangaben.
    Hast mir sehr weitergeholfen !

  10. #10
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    AW: Kakerlaken in der Backstube

    Hallo Peke,

    als Nachtrag zu obigen Ausführungen: Ich finde es sehr gut, dass Du Hygieneprobleme ernst nimmst! Denn einwandfreie Hygienebedingungen sind Grundvorraussetzungen für die Lebensmittelverarbeitung. Aus meiner Erfahrung (Ich habe vier Jahre Hygienemanagementsysteme für größere Bäckereien entwickelt und eingeführt) sind das größte Hygieneproblem nicht die Schädlinge, sondern der Mitarbeiter, bzw. ungenügende Personalhygiene!

    Beispiele dazu, wie es sein sollte:
    • Gründliches Händewaschen (mit desinfizieren) nach dem Toilettengang, nach dem Rauchen und grundsätzlich, bevor die Backstube betreten wird!
    • Nicht während der Arbeit mit den Fingern in Haare, Mund, Nase oder Ohren fassen!
    • Hände nicht an der Schürze oder Arbeitskleidung abwischen!
    • Gründliche Ganzkörper- insbesondere Haar- und Mundhygiene!
    • Kurze Fingernägel!
    • Nur Einmalhandtücher im Betrieb verwenden, keinesfalls Handtücher oder Lappen mit anderen teilen!
    Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
    Thomas Christensen
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